Veröffentlicht am • von Chris Wilde

Das ist doch nur eine Erkältung!

Das ist doch nur eine Erkältung!

Zusammenfassung

Leider ist es ja nicht selten, dass insbesondere Menschen, die eine medizinische Grundbildung haben, nicht für jedes "Wehwechen" den Arzt besuchen. Manchmal ist es aber besser, es tatsächlich und vorallem rechtzeitig zu tun!

Eigentlich beginnt meine "Krankengeschichte" schon im Sommer 2025. Ich hatte es selbst gemerkt, dass ich viel zu viel (Wasser) getrunken habe und trotzdem ständig extremen Durst hatte. Letztendlich habe ich mir gedacht, es könnte Diabetes sein. Also suchte ich eine befreundete Ärztin auf, da ich schon seit mindestens zehn Jahren nicht mehr beim Arzt war.

Eine einzige Blutentnahme bestätige bereits nach wenigen Tagen meine Vermutung. Mein Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) lag bei 16,8. Der Normalwert liegt bei < 5. Gleichzeitig wurde chronischer Bluthochdruck entdeckt. Also ging ich mit Metformin und Ramipril nach Hause und stellte erst einmal meine gesamte Ernährung um.

Nach einigen Wochen wurde mein allgemeiner Gesundheitszustand immer schlechter. Ich hatte immer öfter das Gefühl, keine Leistung mehr bringen zu können und viel schneller außer Atem zu sein. Ich schob das ganze aber auf Trainingsmangel, da ich sehr viel Zeit vor dem PC verbrachte. Außerdem hatte ich schon seit Jahren COPD und Asthma bronchiale. Schließlich musste ich auf einer Strecke von 150 m nach der Hälfte eine Pause machen. Jetzt wurde es für mich Zeit, mit diesen neuen Symptomen meine Hausärztin zu behelligen. Sie erkannte ein atypisches Herzgeräusch und überiwies mich an einen Kardiologen.

Von Tag zu Tag wurde es schlimmer. Im Bett musste ich fast aufrecht im Sitzen schlafen. Irgendwann verlagerte ich meinen Schlafplatz dann auf die Couch. Den Gang zum Kardiologen versuchte ich immer weiter vor mir her zu schieben. Es könnte ja plötzlich noch besser werden?!

Anfang November 2025 setzte ich mir dann eine Frist: "Wenn es bis Mittwoch nicht besser wird, dann gehe ich ins Krankenhaus!". Und dann kam der Mittwoch. Ich hatte mir eine Tasche gepackt und versuchte zunächst, in mein eigenes Auto einzusteigen. Nachdem dies nicht klappte, rief ich meine Schwester Vanessa an. Sie kam sofort rum. Aber auch als ich mich in ihr Auto setzte, klappte es absolut nicht mit der Luft. Wir entschlossen uns dazu, einen Rettungswagen zu rufen.

Mit meinen 52 Jahren war dies meine erste Fahrt als Patient in einem RTW. Das Personal war absolute Spitze. Absolut einfühlsam. Im Krankenhaus angekommen ging dann alles sehr schnell. Die Oberärztin in der Notaufnahme warnte mich vor, dass sie aufgrund meines schlechten Gesundheitszustandes nun einen Schockraumalarm ausrufen müsste. Innerhalb weniger Minuten füllte sich die Notaufnahme mit medizinischem Personal. Nahezu gleichzeitig "wirkten" sie an mir herum.

Nach etwa einer halben Stunde nach einem Herz-Ultraschall dann die erste vorläufige Diagnose: Aortenklappendefekt und stark verminderte Herzauswurfleistung. Letztendlich landete ich auf der Überwachungsstation in einem gemütlichen 2-Bett-Zimmer. Noch am gleichen Abend wurde das Herz-Ultraschall wiederholt. Der Assistenzart bestätigte nochmal den Aortenklappendefekt und meinte, meine Herzauswurfleistung liegt bei knapp über 20%. Er kündigte eine Herz-OP an.

Komischerweise war ich sehr gefasst. Ich bekam eine Menge an Infusionen und Tabletten und fühlte mich sehr schnell wesentlich besser. Am nächsten Tag kündigte man mir dann eine Verlegung ins St.-Johannes-Hospital nach Dortmund an.

Da es mir durch die Medikamente wesentlich besser ging, hoffte ich darauf, am bevorstehenden Wochenende kurz nach Hause zu dürfen um dann am Montag ins Joho nach Dortmund zu fahren. Dann erklärte mir die Oberärztin in der Visite, wie ernst es um mich steht. Das war mir zu diesem Zeitpunkt irgendwie nicht bewußt.